Wandern auf dem Westweg 6.Etappe: Brandenkopf - Hinterhauenstein

Überblick

Heute steht die Durchquerung des Kinzigtales an, eine Herausforderung an die Knie: Abstieg vom Brandenkopf (945 m) nach Hausach (245 m) und Aufstieg zum Farrenkopf (789 m), in der alten fürstenbergischen Landstadt gute Gelegenheit, die Vorräte aufzufüllen, nächste Ortschaft wird erst Titisee sein. Vom Farrenkopf in munterem Bergauf und Bergab entlang der Prechtaler Schanzenlinie bis zum Karlstein (969 m).

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Westweg 6 gps track
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Start/Ziel: Wanderheim Brandenkopf/ Bauernhof Hinterhauenstein

Wanderzeit: 8 - 9 Stunden

Länge: 22 km

Wegebeschaffenheit: Forstwege und Waldpfade je zur Hälfte

Nützliche Informationen und Hinweise

Tourismus-Informationen Hausach

 

Kartenmaterial:

Freizeitkarten Nr. 503 Offenburg und 506 Titisee-Neustadt, 1:50 000, Landesvermessungsamt Baden-Württemberg.

Westweg Schwarzwald Wanderkarte (Leporello) Verlag Publicpress Geseke (ISBN 978-3-89920-395-0), 1:50.000 (umfasst die gesamte Strecke von Pforzheim bis Basel; zu beziehen auch über Schwarzwald-Tourismus GmbH, Ludwigstraße 23, 79104 Freiburg, Tel.: +49 761 29662271 Fax: +49 761 2962270).

Anreise:

Mit dem Auto von Oberharmersbach: Oberharmersbach - Dorf über Waldhäusertal von Zell/Unterharmersbach: Unterharmersbach - alter Adler - Durben von Hausach: über Einbachtal - Bettelfrau von Oberwolfach: Oberwolfach - Walke - Erzenbach - Kreuzsattel

 

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln Der Brandenkopf ist nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Nächste Bahnstation: Oberharmersbach (Ortenau S-Bahn Biberach - Oberharmersbach (KBS 722).

 

Unterkunft:

 

Hinterhauensteinhof ,Hinterhauensteinhof 51, 78132 Hornberg-Niederwasser, Tel.: +49 7833 354, Fax: +49 7833 960883, E-Mail: h.hauenstein@t-online.de, kein Ruhetag.

Hotel Schöne Aussicht, Schöne Aussicht 1 ,78132 Hornberg-Niederwasser Tel.: +49 7833 9369-0, Fax: +49 7833 9369-130, E- Mail: info@schoeneaussicht.com, kein Ruhetag.

 

Für weitere Unterkünfte: Der Westweg, Gastgeberverzeichnis von Pforzheim bis Basel (Hrsg. Schwarzwald Tourismus GmbH 2007, Ludwigstraße 23, 79104 Freiburg, Tel.: +49 761 29662271, Fax: +49 761 2962270, E-Mail: mail@schwarzwald-tourismus.info).

 

Einkehr / Verpflegung:Einkehr- und Verpflegungsmöglichkeiten in Hausach.

 

 

Sonstiges:Sofern Witterung und Schneeverhältnisse es zulassen, ist diese Wanderung auch im Winter möglich.

Ausführliche Tourenbeschreibung

Taldurchquerung Teil 1: Abstieg nach Hausach

 

670 Höhenmeter Abstieg ins Kinzigtal erwarten uns am frühen Morgen, die wir nach Frühstück im Nebel zügig angehen. Wir laufen zunächst den Wanderweg, den wir gestern hochgekommen sind, ein Stück abwärts, biegen aber nach etwa 100 m nach links und steigen über einen Waldpfad abwärts. Auf dem Grad angekommen, wenden wir uns nach rechts, geradeaus würden wir zum Westweg bei der Passhöhe Bettelfrau kommen, den wir dort gestern verlassen haben. Nun geht es steil bergab, in einer Einsattelung macht der Wege eine scharfe Kurve nach links, um auf dem nächsten von rechts kommenden Waldweg diesem nach rechts abwärts zu folgen. An der Ostseite des Ballenkopfes vorbei kommen wir zu einer Wegspinne, bei der wir geradeaus weiterlaufen. Die nächste Wegspinne sieht uns nach links auf ein Asphaltsträßchen einbiegen, dem wir um den Rautschberg herum bis zum Weiler Rautsch folgen. Hier heißt es nun aufgepasst, wir müssen das Sträßchen geradeaus nehmen, dürfen nicht nach links abbiegen, diese kleine Straße würde uns ins obere Einbachtal führen, verbunden mit 6 km Teerstraße bis Hausach. Unsere kleine Straße zieht am Hang entlang abwärts bis wir an einer Hütte auf eine andere Asphaltstraße treffen, die wir aber sofort wieder nach links auf einen Pfad bergauf verlassen. Über den Höhenrücken zwischen Neuenbach und Einbach kommen wir schließlich in das idyllische Dörfchen Einbach. Das Gasthaus Zum Hirsch lädt mit einem schattigen Biergarten zu einem zweiten Frühstück ein - leider unmöglich, das Gasthaus öffnet erst um 16 Uhr, am Wochenende schon um 12 Uhr, bzw.sonntags um 10 Uhr. Eine Stärkung wäre hilfreich gewesen, weil der Rest des Weges bis zur Brücke über die Kinzig in Hausach auf Asphalt verläuft, auf dem Bürgersteig ist der Kilometer schnell überwunden. Vor uns liegt jenseits der Kinzig die Altstadt von Hausach, darüber die Burgruine Husen, einstmals Sitz der Kinzigtäler Linie des Fürstenhauses Fürstenberg, die in der Region vor allem durch den Bergbau zu Reichtum gelangten. Zunächst aber folgen wir nach links einem Uferweg entlang der Kinzig flussaufwärts, bei der nächsten Gelegenheit geht es nach rechts über einen Steg und schon sind wir in der Stadt, an deren Hauptstraße entlang wir zum Marktplatz mit Einkehr- und Einkaufsmöglichkeiten gehen.

 

Taldurchquerung Teil 2: Aufstieg zum Farrenkopf

 

„In einem Rutsch überwindet der Westweg die mehr als 550 Höhenmeter zwischen Hausach und dem Farrenkopf", so muntert die neue Imagebroschüre der Schwarzwald-Tourismus GmbH zum Westweg die Wanderer auf. Nun denn, dann kann es ja nur ein Kinderspiel sein. Frisch gestärkt laufen wir zur Einmündung der Straße von Einbach in die Hauptstraße zurück, schwenken nach links in die Kreuzbergstraße, die wir sofort wieder nach links auf einen steil ansteigenden Pfad hinauf zur Burg verlassen. Unterwegs bieten sich schöne Aussichten auf Hausach und das Kinzigtal. Wir durchqueren den Halsgraben der Burg und steigen weiter an bis zu einem breiten Fahrweg, dem wir nach links aufwärts folgen. Entlang des Weges finden wir Informationen zu den Baumarten im Wald, zur Geschichte des Bergbaus im Kinzigtal, sogar einen Kohlenmeiler können wir besichtigen. An Schmids Wandereck mit einem Kruzifix verlassen wir den breiten Forstweg und steigen auf einem Pfad steil bergan auf den Höhenrücken, wo wir erneut auf einen breiten Forstweg treffen, dem wir nach links folgen. Am Hang des Winterbergs zieht der Weg hoch über dem Breitenbachtal mit seinen Einzelhöfen und einer schönen Aussicht auf das Kinzigtal und die Berge im Norden. Beim Wegpunkt „Überm Fuggishof" heißt es aufgepasst. Wir verlassen den Forstweg, der nach links abwärts zieht, nach rechts und gleich wieder links auf einen schmalen Pfad, der am Waldrand entlang bis zum Rastplatz Haseneckle führt. Eine Schutzhütte, liebevoll errichtet vom Schwarzwaldverein Hausach, lädt zu einer Rast ein. Von der Hütte folgen wir dem Forstweg nach links abwärts. Nach einer Rechtskurve erreichen wir den Wegpunkt „Haseneckle". Rechts biegt ein Wanderweg ab, der unter Umgehung des Farrenkopfes direkt zur Passhöhe Büchereck führt.

 

Wir aber lassen uns nicht von dem Aufstieg auf den Farrenkopf abhalten, der in allen Beschreibungen des Westwegs als besondere Herausforderung beschrieben wird. Der Pfad nach oben verlässt den Wegpunkt nach halb links aufwärts. 350 Höhenmeter bewältigen wir nun in der direkten Falllinie, ohne Schnörkel, ohne Kehren und Schleifen, aber wir können oben sagen, wir haben es geschafft. Auf dem Gipfel kein Wasser, aber eine solide Schutzhütte mit breiten Bänken und weit überstehendem Dach. Die Aussicht ist eher bescheiden, einzig ins Gutachtal nach Osten und nach Süden auf die Kammlinie, die wir heute noch passieren werden, geht der Blick ungehindert durch Bäume.

 

Entlang der Schwarzwälder Schanzenlinie

 

Nach ausgedehnter Erholungspause verlassen wir den Gipfel nach Süden auf einem sehr steinigen Waldweg durch lockeren Buchenwald abwärts und streben immer auf dem Kamm zwischen Bücherner Tal und Gutachtal über den Schorenkopf hinweg zum Rastplatz Büchereck. Hier erwartet uns eine vorzügliche Rasthütte und vor allem eine Quelle. Unterwegs begleitet uns ein Steinwall und wir können wir zum ersten Mal die Überreste einer Schanze oberhalb des Rastplatzes sehen. Nachdem wir die L107 (Elzach -Gutach) überquert haben, geht es auf einem ruppigen Weg steil bergauf. Auf der rechten Seite des Weges fallen alte Befestigungsanlagen (Wall und Graben) auf, die zur sogenannten Schwarzwaldlinie gehören, einem Schanzensystem, das während des spanischen Erbfolgekrieges Anfang des 18. Jahrhundert vom Hochrhein bis zur Burg Eberstein bei Baden-Baden vor allem zur Abwehr französischer Truppen erbaut wurde, später gegen die französischen Revolutionstruppen 1794/1795 eingesetzt wurde, und - wie wir bei der Hirschlachschanze sehen werden - im Zweiten Weltkrieg als Flugabwehrstützpunkt mit Bunkern und Flakstellungen diente. Unser Wanderweg folgt exakt der Kammlinie und diente wohl früher als Verbindungsweg zwischen den einzelnen Schanzen zwischen Büchereck und Karlstein. Es wird einem schon etwas mulmig, wenn man an die militärische Vergangenheit unseres Wandergebietes denkt

Hinter der „Schanze auf dem Höchst", die mit Mauern und Brunnen vom Schwarzwaldverein Gutach restauriert wurde, treffen wir an der Passhöhe Haselberg auf den von rechts aufsteigenden Querweg Lahr-Rottweil (rot-blaue Raute auf gelbem Feld), der unsere Strecke bis zum Fährlefelsen südlich des Huberfelsens begleiten wird. Wir wandern durch einen lichten Wald auf einem steinigen Forstweg aufwärts, an der Hütte des Kolpingvereins Hornberg und einem Jugendheim vorbei und gelangen auf die Hirschlachschanze (auch Prechtaler Schanze genannt) mit ihren Flakstellungen. Weit schweift von hier der Blick ins Prechtal . Den Abstieg müssen wir über einen steilen Geröllweg nehmen, an dessen Ende wir auf einen angenehmen Forstweg nach rechts einschwenken können, der uns zum Huberfelsen führt. Es handelt sich um einen mächtigen Granitfelsen, der nach dem Obervogt der österreichischen Herrschaft Triberg Karl Theodor Huber benannt ist (1795-1816). In dieser kurzen Zeit diente er fünf verschiedenen Landesherren - wie verworren waren zur damaligen Zeit die politischen Verhältnisse. Nachdem wir die Aussicht ins Gutachtal und ins Elztal ausgiebig zu einer Erholungspause genutzt haben , machen wir uns auf den letzten Abschnitt unserer heutigen Etappe. Über den Hirzdobel gehen wir zu der Wegspinne am Fährlefelsen, wo der Querweg Rottweil - Lahr nach links Richtung Hornberg abbiegt. Wir wandern wenige Meter auf diesem Weg, verlassen ihn aber sehr schnell nach rechts auf einen steilen Bergpfad, auf dem wir in der Falllinie aufwärts steigen. Eine Ruhebank auf einer Verebnung bietet willkommenen Anlass zum Verschnaufen, bevor es weiter bergauf geht, diesmal auf einem schlammigen Hohlweg. An einem mächtigen Felsen vorbei geht dieser Büßerweg in einen breiten Forstweg nach rechts über, auf dem wir ohne große Anstrengung eine Wegspinne unterhalb des Karlsteins erreichen.

Wir können nun wählen, nach links führt ein breiter Forstweg direkt zum Hotel Schöne Aussicht , nach rechts biegt ein schmaler felsiger Pfad ab, auf dem wir schließlich den Karlstein erreichen, einen beeindruckenden Granitfelsen mit einem Gedenkstein an den höchstpersönlichen Besuch des württembergischen Herzogs Karl im Jahre 1770, der hier oben eigenhändig (an der Grenze seines Herzogtums) zwei Bäume pflanzte - ein Hinweis darauf, dass zu Zeiten der Schanzen die Höhen zur Schaffung eines guten Schussfeldes abgeholzt waren.. Gut gesichert mit einem Geländer erklimmen wir den Felsen und haben eine prächtige Fernsicht vor allem nach Osten. Im Dunst erkennen wir die "Mauer" der Schwäbischen Alb. Nachdem wir vorsichtig wieder den Felsen verlassen haben, geht es steil auf einem felsigen Weg bergab, später auf einem Waldweg zum Hotel Schöne Aussicht. Wir nehmen links am Hotel vorbei den Weg abwärts durch den Wald, treffen auf ein Asphaltsträßchen, dem wir nach links folgen und sehen schon unter uns den Kaltenbacherhof in Hinterhauernstein liegen. Eine deftige Bauernvesper beschließt den Tag.