Wandern auf dem Westweg 10.Etappe (West) Feldberg - Belchen

Überblick

Über den Feldberggipfel mit fantastischem Panorama geht es über den Stübenwasen zur Passhöhe Notschrei. Der Weg steigt wieder leicht bergan zum Trubelsmattkopf. Am Waldrand liegt der mächtige Belchen vor uns. An der Passhöhe Wiedener Eck vorbei erreichen wir schließlich die Krinne, von wo es heftig auf den Gipfel des Belchen aufwärts geht. Ein Blick über Vogesen und Schweizer Jura bis zu den Alpen ist der Lohn der Anstrengung. Leider kann man nicht im Berggasthaus Belchen übernachten, sodass die Unterkunft in Multen aufgesucht werden muss, für Bequeme (und Müde) mit der Gondelbahn.

Die Fotos können auch als Flash-Show betrachtet werden.

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Start/Ziel: Hebelhof (Feldberg) - Belchen

Wanderzeit: 7 - 8 Stunden

Länge: 26 km

Wegebeschaffenheit: überwiegend Waldwege und Pfade

Ausführliche Tourenbeschreibung zum Downloaden

Westweg 10.Etappe(West) Feldberg-Belchen
Westweg Etappe 10 (West) Feldberg-Belche
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Nützliche Informationen und Hinweise

Todtnauer Ferienland.de, Belchenland, Touristeninformation Wieden

 

 

Kartenmaterial:

Freizeitkarte 508 Lörrach 1:50.000, Landesvermessungsamt Baden-Württemberg

Westweg Schwarzwald Wanderkarte (Leporello) Verlag Publicpress Geseke (ISBN 978-3-89920-395-0) 1:50 000 (umfasst die gesamte Strecke von Pforzheim bis Basel; zu beziehen auch über Schwarzwald-Tourismus GmbH, Ludwigstraße 23, 79104 Freiburg, Tel.: +49 761 29662271 Fax: +49 761 2962270)

Anreise:

Mit dem Auto: Feldberg liegt an der B317 Lörrach - Donaueschingen, Zufahrt von Titisee über Bärental oder von Todtnau.

Mit Bahn und Bus: Nächste Bahnstation ist Bärental an der Bahnlinie Freiburg - Titisee - Seebrugg( KBS 728), von dort Bus der SBG Linie 7300 Titisee - Zell (Wiesental) Haltestellen Feldberger Hof oder Hebelhof; von Basel mit der S6 nach Zell (Wiesental)(KBS 735), weiter mit dem Bus der SBG Linie 7300 bis Todtnau bzw. stündlich direkt zum Feldberg. Rückreise: Busverbindung von Multen -Belchenbahn nach Schönau (SBG Linie 7306), dort Umstieg in die Buslinie 7300 entweder Richtung Todtnau/Feldberg oder Zell (Wiesental); oder Busverbindung von Multen-Belchenbahn nach Münstertal (Sutter Linie 291) mit Anschlüssen nach Bad Krozingen (Basel(Freiburg).

Für die individuelle Fahrtplanung siehe: efa

 

Unterkunft:

Belchenland-Tourismus GmbH, Gentnerstraße 2, 79677 Schönau, Tel.: +49 7673 918130, Fax: +49 7673 9181329, E-Mail. info@belchenland.com, Öffnungszeiten: Mo - Fr. 9.00 - 12.30 und 13.30 - 17.00 Uhr; Sa. 10.00 - 12.00 Uhr.

Belchenhotel Jägerstüble, 79677 Aitern-Multen, Belchenbahn Talstation, Tel.: +49 7673 7255, Fax: +49 7673 7884 E-Mail: info@belchenhotel.de, kein Ruhetag

Hotel Belchen-Multen, Belchenstraße 3, 79677 Aitern-Multen, Tel.: +49 7673 209, Fax: +49 7673 7039. E-Mail: info@belchen-multen.de, kein Ruhetag.

Haus Sonne ,vegetarische Pension, Multen 6, 79677 Aitern-Multen, Tel.: +49 7673 7492, Fax.: +49 7673 7507, E-Mail: info@haussonne.de, kein Ruhetag.

Der Westweg, Gastgeberverzeichnis von Pforzheim bis Basel ( Hrsg. Schwarzwald Tourismus GmbH 2007 , Ludwigstraße 23, 79104 Freiburg, Tel.: +49 761 29662271 Fax: +49 761 2962270) E-Mail: mail@schwarzwald-tourismus.info)

 

Einkehr / Verpflegung:

St. Wilhelmer Hütte, 79868 Feldberg, Tel.: +49 7676 342 Öffnungszeiten: Mo. sowie Do. - So. 10 - 17 Uhr, Di und Mi. Ruhetag.

Berggasthof Stübenwasen, Stübenwasen 1, 79674 Todtnau-Todtnauberg, Tel.: +49 7671 334, Fax.: +49 7671 9307, E-Mail: info@berggasthof-stuebenwasen.de, Mo. - So. 10.00 - 20.00, Do. Ruhetag, feiertags geöffnet.

Waldhotel am Notschrei, Passhöhe Notschrei, 79254 Oberried, Tel.: +49 7602 94200, Fax.:+49 7602 942011, E-Mail: waldhotelamnotschrei@t-online.de, kein Ruhetag.

Berghotel Wiedener Eck, Oberwieden 15, 79695 Wieden, Tel.: +49 7673 9090, Fax.: +49 7673 1009, E-Mail: info@wiedener-eck.de, Mai - November kein Ruhetag, ansonsten dienstags

Berggasthaus Belchenhaus, 79677 Schönenberg, Tel.: +49 7673 281, Fax.: +49 7673 1067, E-Mail: info@belchen-seilbahn.de, kein Ruhetag, geschlossen

2 x 2 Wochen pro Jahr während der Revisionsarbeiten an der Seilbahn.

Sonstiges:Sofern Witterung und Schneeverhältnisse es zulassen, ist diese Wanderung auch im Winter möglich.

Ausführliche Tourenbeschreibung

Auf den höchsten Gipfel Baden-Württembergs

Heute liegt die schönste Etappe des Westwegs vor uns. Wir verlassen die Passhöhe am Hebelhof auf einem Weg, der sich an der Südflanke des Bergmassivs aufwärts schlängelt. Bald treffen wir auf ein von rechts kommendes asphaltiertes Sträßchen, dem wir nach links in Richtung Grüblesattel folgen. Bei einem nach links Richtung Todtnauer Hütte abgehenden Fahrweg bleiben wir rechts weiter ansteigend. Wir erreichen die Baumgrenze, ein herrlicher Blick öffnet sich nach Süden auf die markante Kuppe des Herzogenhorns und im SW auf den beeindruckenden Klotz des Belchen, der in seinen Umrissen einem Mammut ähnelt. Auf dem Grüblesattel wenden wir uns nach links Richtung Feldberggipfel. Nun können wir auch nach N Richtung Kandel und Brend blicken, ein Panorama, dem nur noch der Blick in die Rheinebene und auf die Vogesen im Westen fehlt, das werden wir auf dem Belchen vorfinden. Der höchste Gipfel im Ländle mit 1.493 m trägt einen Fernseh- und Nachrichtenturm, rechts davon findet sich ein Rastplatz, von man in Ruhe die grandiose Fernsicht genießen kann. Der Wanderweg steigt nun in Serpentinen zur Sankt Wilhelmer Hütte ab, einer Almhütte mit einer Gaststätte, wo wir ein zweites Frühstück zu uns nehmen können.

 

Über den Stübenwasen zum Notschrei

 

Von der Wilhelmer Hütte wendet sich der Weg nach Westen, bleibt auf der Hangkante zum St.Wilhelmer Tal, das sich tief in das Gebirge eingeschnitten hat. Unterwegs sehen wir frisch gerodeten Wald, auf dem im Rahmen des Naturschutzgroßprojektes Feldberg - Belchen - Oberes Wiesental die Viehweiden ausgedehnt werden , also ein Zustand wiederhergestellt werden soll, der im 19. und 20.Jahrhundert die wirtschaftliche Grundlage der Höhenlandwirtschaft dargestellt hat - heute allerdings fehlt es an Landwirten, die sich der .mühsamen Viehhaltung widmen. Vom Stübenwasen, einem bis 1386 m hohen langgestreckten Höhenrücken, bieten sich sehr schöne Ausblicke auf das Große Wiesental (das Kleine Wiesental werden wir erst vom Belchen aus sehen) mit seinen Flankenbergen Zeller Blauen und Hohe Möhr., im Vordergrund der Höhenluftkurort Todtnauberg, in dem der Philosoph Martin Heidegger gerne weilte, bisweilen auch mit seiner Freundin Hannah Arendt. Ein Heidegger-Pfad erinnert an den Philosophen Unser Pfad , sehr angenehm zu laufen, folgt dem Waldrand und senkt sich dann zu der zweiten Einkehrmöglichkeit des Tages ab, dem Berggasthof Stübenwasen, in dem wir ein drittes Frühstück zu uns nehmen können. Der Gasthof bietet auch Fremdenzimmer an , es muss schön sein, einige Tage in dieser Bergeinsamkeit zu verbringen. Wir aber verweilen nicht länger, sondern wenden uns dem Weg zur Passhöhe Notschrei zu, wohl wissend, dass uns dort unsere Mittagseinkehr in Form des Waldhotels Notschrei erwartet. Der Name Notschrei stammt übrigens nicht von Hilferufen hungriger Wanderer, sondern von den dringenden Bitten der Gemeinden des Oberen Wiesentals im 19.Jahrhundert, die Obrigkeit möge eine Straßenverbindung nach Freiburg schaffen, Rufe, die erhört wurden, wie wir uns später überzeugen können. Zunächst aber verlangt der Weg, inzwischen zu einer Forststraße mutiert, Durchhaltewillen. Vorbei an einer Holzmacher-Rotte, natürlich mit Vollerntemaschinen, marschieren wir auf Schotter dem Zwischenziel entgegen, passieren das Gelände eines Biathlon-Trainingszentrums mit Schießanlage und beleuchteter Loipe und hören endlich den Motorenlärm von der Passstraße. Wir hatten schon beinahe vergessen, wie Motoren klingen und riechen. Die Terrasse des Waldhotels am Notschrei, nach einem Brand mit einem eigenwilligen Pultdach neu eingedeckt, bietet sich als Ort für eine ausgiebige Mittagsrast an.

 

Weidbuchen, Hinterwälder Vieh, verfallene Schanzen - der Weg zum Wiedener Eck

 

Nach Überquerung der Landstraße Todtnau - Freiburg - Vorsicht ist angebracht! - verschwindet der Wanderweg im Wald und erreicht nach wenigen Metern ein idyllisches Tälchen, in dessen Mitte ein Bach zwischen hohen Gräsern, verkrüppelten Tännchen und Vogelbeerbäumchen mäandriert. Wir steigen das Tal bergan, teilweise ist der Weg hohlwegartig eingetieft. An einer Wegkreuzung begegnen wir einem Wanderweg, der nach rechts zum Schauinsland und nach links zum Knöpflesbrunnen führt - beides attraktive Wanderziele. Wir bleiben unserer Richtung treu, müssen allerdings nun kräftig bergauf. Nach etwa 300 Metern mündet unser Pfad in einen breiten Waldweg, dem wir nach links, nun beinahe eben , bis zum Rastplatz Auf den Böden folgen. Sehr schön am Waldrand gelegen, von weicher Waldwiese umgeben, könnte jetzt ein Muttagsschläfchen nicht schlecht sein. Bald tritt der Wald ganz zurück, auf den Weiden grasen große Viehherden der Hinterwälder Rasse, die sich besonders für die Beweidung steiler Berghänge eignet. Jetzt in der Mittagszeit haben die Rinder zum Wiederkäuen den Schatten großer Weidbuchen aufgesucht, unter deren weit ausladenden Ästen sie genüsslich vor sich hin kauen. Wir stören sie nicht, sondern wandern weiter auf einem aussichtsreichen Weg, an einer alten Schanzenanlage aus der Zeit des Spanischen Erbfolgekrieges entlang, bald abwärts zum Oberen Jetzenwald-Hof, einem mächtigen Bauernhof, der, betrachtet man den Maschinenpark um den Hof herum, offensichtlich im Vollerwerb betrieben wird. Wir halten uns halb links und verschwinden im Wald, an dessen Ende wir die Passhöhe Wiedener Eck erreichen. Das Berghotel Wiedener Eck bietet sich förmlich für einen kurzen Kaffeestop an.

 

 

 

 

Auf den schönsten Schwarzwaldberg, den Belchen

 

Nachdem wir den ganzen Tag immer mal wieder die imponierende Silhouette des Belchen gesehen hatten, gilt es nun den Anstieg anzugehen. Zunächst aber umrunden wir auf einem sehr angenehmen schmalen Bergpfad die vorgelagerten Gipfel des Dietschel und des Heidsteins. Der Weg verlangt erhebliche Aufmerksamkeit hinsichtlich des Verlaufs , die rote Raute weist die Richtung. Hoch über dem Münstertal schlängelt sich der Pfad an steilem Abhang entlang und trifft schließlich auf eine Einsattelung, die Krinne. Hier verlief der Übergang vom Münstertal ins Obere Wiesental bis die Passstraße über das Wiedener Eck gebaut wurde. Wir überqueren den Fahrweg und biegen sofort nach rechts in einen schmalen Bergweg ein, der uns in den NW-Hang des Belchen führt. Auf Serpentinen, über Wurzeln und Felsen, mit schwindelerregenden Tiefblicken ins Münstertal, erklimmen wir den Berg und treten müde, aber glücklich auf das kahle Gipfelplateau des Belchen. Eine atemberaubende Rundumsicht ist der Lohn für manchen Schweiß, den wir vergossen haben. Steil fällt die Westseite zum Münstertal und zur Rheinebene ab, im W sehen wir die Vogesen mit dem Großen Belchen und dem Elsässer Belchen, im SW den Blauen, den wir morgen überschreiten werden, im S schließlich den Schweizer Jura mit der Belchenfluh und die Alpen. Im O zieht sich eine Bergkette vom Feldberg über das Herzogenhorn bis zur Hohen Möhr hin. Dort verläuft der östliche Zweig des Westwegs, der in Titisee von unserer westlichen Variante abgebogen ist. Wenden wir den Blick nach N, so können wir den Schauinsland und die Vororte von Freiburg erkennen. Nach ausgiebigem Genuss des Panoramas meldet sich der Bedarf an anderen Genüssen, wir streben dem Übernachtungsziel zu, nehmen einen kleinen Pfad zum Belchenhaus und haben nun die Qual der Wahl: Wir könnten mit der Belchen-Gondelbahn abwärts fahren, oder den Serpentinenweg zum Ziel wählen. In jedem Fall erwartet uns an der Talstation im Belchenhotel Jägerstüble nicht nur ein Hallenbad, sondern auch ein vorzügliches Essen.