Wandern auf dem Zweitälersteig 4.Etappe Oberprechtal - Höhehäuser

Überblick

Vom Prechtal geht es durch das Hederle-Tal in den Wald und dann steil bergan auf einem schmalen Pfad hinauf zum Hauptkamm des Gebirges, wo wir auf den Westweg und den Querweg Lahr-Rottweil treffen, denen wir nach N über den Huberfelsen auf einer frisch geschütteten und breiten Forststraße bis kurz vor Prechtaler Schanze folgen. Nach Besichtigung der Schanze - und der Überreste von Flakstellungen aus dem 2.Weltkrieg- geht es bergab auf einem Wiesenpfad zum Aussichtspunkt Pfauen. Weiter verläuft der Weg zum Landwassereck, wo die L 107 Elzach - Hornberg überquert wird. Aussichtsreich über dem Elztal wandern wir auf teilweise steinigen Wegen ohne große Steigungen zur Passhöhe Heidburg, wo die B 294 Freiburg -Freudenstadt  (mit Vorsicht - reger LKW-Verkehr )überquert wird. Nun geht es auf der Wasserscheide zwischen Kinzig und Elz , vorbei an der Ruine der Heidburg, zum Zielpunkt der Etappe, dem Höhengasthaus "Zum Kreuz" in Biederbach-Höheäuser, nicht ohne unterwegs noch den volkstümlichen Pfarrer und Schriftsteller Heinrich Hansjakob und seine Bedeutung für die Region kennengelernt zu haben.

 

Die Fotos können auch als Flash-Show betrachtet werden.

Zweitälersteig 5.Etappe
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Start: Wittenbach (Oberprechtal)

Ziel: Biederbach-Höhenhäuser

Weglänge: 23 km

Wanderzeit: 7 Stunden

Wegebeschaffenheit: überwiegend Wald-unf Feldwege, kurze Abschnitte Pfade

Nützliche Informationen und Hinweise

Tourismusinformation Zweitaelerland

Im Bahnhof Bleibach, 79261 Gutach im Breisgau, Tel.: +49 7685 19433, Fax: +49 7685 9088989, E-Mail: info@zweitaelerland.de.

 

Kartenmaterial:

Wandererlebnis Zweitälerland. Wanderkarte 1 :  30 000, Hrsg: Zweitälerland GmbH, Bleibach 2011, ISBN : 978 3 939657 41 5; erhältlich bei Zweitälerland und im örtlichen Buchhandel.

Sehr brauchbare Wanderkarte mit Höhenlinien und  Schummerung, Wegpunkte des Schwarzwaldvereins sind eingetragen, so dass eine Orientierung zusätzlich zur Markierung möglich ist.

 

Freizeitkarte Nr. 505 Freiburg und 506 Titisee-Neustadt, 1:50.000, Landesvermessungsamt Baden-Württemberg.

 

Anreise

mit dem Auto:

Oberprechtalliegt an der L 109 Oberprechtal - Triberg

mit Öffentlichen Verkehrsmitteln:

SBG Bus 7274 Elzach - Triberg , Haltestelle Rössle Nützlich für die individuelle Reiseplanung ist efa.

 

Abreise:

mit dem Auto:

Biederbach-Höhehäuser liegt an der L101 Elzach-Ettenheim

mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

SBG Bus 7206 Elzach -Höhehäuser (nur Mo-Fr), Sa/So Anrufsammeltaxi, 1.Std. vorher anmelden: Fa.Schätzle 07682 9209976,

SWEG Bus 106 Lahr-Schweighausen - Höhehäuser (bis Höhehäuser nur am Wochenende) Nützlich für die individuelle Reiseplanung ist efa.

 

Unterkunft:

Gasthaus zum Kreuz, Höhenhäuser 2, 79215 Biederbach, Tel.: +49 7826 215, info@hoehengasthaus.de, RT Mo und Di

Gasthof Pension Deutscher Hof  Kirchhöf 13, 79215 Biederbach, Tel.: +49 7682 263 , RT So, Übernachtungsgäste werden beherbert.

 

Einkehr/Verpflegung:

Gasthaus zum Landwassereck, Landwasserstraße 35, 79215 Oberprechtal, Tel.: +49 7682 9265900, email   info@Landwassereck.de

kein RT. Achtung: Das Gasthaus zum Landwassereck ist geschlossen! (07.12.2012)

Gasthaus Rössle-Biereck, Munde 1, 77716 Hofstetten, Tel.: +49 7832 2214, Fax: +49 7832 969167, E-Mail: Ruhetage: Montag und Dienstag.

 

Funi's Vesperstüble, 79215 Elztal / Prechtal ,Funi 1. Telefon / Fax: 07682 - 7988. Ruhetage: Montag bis Mittwoch.

 

Café-Pension Pfaus, 77796 Mühlenbach, Tel.: +49 7832 8271, Ruhetag Freitag.

Unterwegs bestehen keine Einkaufsmöglichkeiten.

 

Ausführliche Tourenbeschreibung

Felsen, Schanzen und Kruzifixe

 

Wir starten unsere 4.Etappe am Gasthof Rössle (488 m) und laufen wenige Meter die Triberger Straße aufwärts bis zum Abzweig des Wegs „Im Hederle“, dem wir nach links in ein idyllisches Wiesental folgen. An einer Linde biegt der Wanderweg nach rechts und verläuft weiterhin durch Wiesen leicht bergan bis zum Waldrand. Vor uns sehen wir schon die Höhe, die wir heute erklimmen müssen. Im Wald beginnt nach rechts ein schmaler Waldpfad, der uns in Serpentinen aufwärts führt. Oben angekommen beim Wegpunkt Hirzdobel betreten wir die Welt der modernen Forstwirtschaft: Eine frisch und breit geschobene LKW-taugliche Waldstraße lässt uns einen Moment erstarren.

Wir wenden uns nach links und folgen dem „Weg“ nach N, gemeinsam mit dem Westweg Pforzheim-Basel (rote Raute) und dem Querweg Lahr-Rottweil (rot-blaue Raute in gelbem Feld) vorbei am Bannstein bis zum Huberfelsen (758 m). Hier bietet sich bei schönem Wetter eine Erholungspause mit Tisch und Bänken an.

Steil geht es dann auf den Huberfelsen. Es handelt sich um einen mächtigen Granitfelsen, der nach dem Obervogt der österreichischen Herrschaft Triberg Karl Theodor Huber (1795-1816) benannt ist. In dieser kurzen Zeitspanne diente er fünf verschiedenen Landesherren – wie verworren waren zur damaligen Zeit die politischen Verhältnisse.

 

Huberfelsen
Huberfelsen

Dr. Karl Theodor Huber war von 1795 bis 1816 Obervogt und Oberamtmann im Amt Triberg. Er machte sich vor allem einen Namen mit seiner Förderung von Gewerbe, Schulen und Landwirtschaft. Heinrich Hansjakob bezeichnete ihn als " Beamten von Gottes Gnaden". Er galt als erklärter Gegner von Bürokratie und unnötigem Schriftverkehr.

Von 1795 bis 1816 diente er insgesamt 5 unterschiedlichen Landesherren, darunter der kaiserlich-königlichen vorderösterreichischen Regierung, dem Herzog Herkules von Modena, Landesfürst im Breisgau, kurzzeitg auch dem König von Württemberg und schließlich seit 1806 dem Großherzog von Baden. (nach www.triberg.de)

Weit schweift von der Aussichtskanzel (mit Geländer gesichert) der Blick nach Osten über das Gutachtal hinüber zur Hochfläche jenseits von Hornberg ,nach Norden zum Kinzigtal mit seinen Bergen und ins Elztal mit Kapf und Gschasikopf, die wir schon von der dritten Etappe kennen.

Weiter geht die Wanderung nach N, die Forststraße teilt sich, wir laufen auf einem steinigen Weg bergauf und treffen auf die Hirschlach - Schanze (auch Prechtaler Schanze genannt). Die Befestigungsanlage gehört zur sogenannten „Schwarzwaldlinie“, einem Schanzensystem, das während des spanischen Erbfolgekrieges Anfang des 18.Jahrhunderts vom Hochrhein bis zur Burg Eberstein bei Baden-Baden vor allem zur Abwehr französischer Truppen angelegt wurde, später gegen die französischen Revolutionstruppen 1794/1795 eingesetzt wurde – und im Zweiten Weltkrieg der Flugabwehr mit Bunkern und Flakstellungen diente, deren Überreste noch zu besichtigen sind.

Kurz vor einem Jugendheim biegen wir nach links auf einen Pfad ein, der durch eine prächtige Weide mit Weidbuchen und kleinen Waldstücken zum Pfauen führt, einem Aussichtsfelsen oberhalb von Oberprechtal. Wie so oft im Zweitälerland ist auch dieser Felsen mit einem hohen Kruzifix ausgestattet. Atemberaubend der Ausblick ins Elztal hinunter.

Nach einem kurzen Abstieg auf schmalem Pfad geht es nach rechts auf einem Forstweg bergab, am Ende eines Kahlschlags nach rechts weiter bis zum Landwassereck, wo wir die L 107 Elzach – Hornberg überqueren. Das Gasthaus Landwassereck lädt zu einer Pause ein. 

 

Kruzifixe in der Waldeinsamkeit

 

Vom Landwassereck laufen Zweitälersteig und Querweg Lahr-Rottweil gut markiert parallel bis zum Etappenziel Höhehäuser.

Hinter dem Gasthaus führt ein Fahrweg leicht bergan, vorbei an einem Kruzifix am linken Wegesrand, gestiftet von der Familie Burger zur Erinnerung an die glückliche Heimkehr aus dem Ersten Weltkrieg. Es wird nicht das letzte Kruzifix heute sein. Es geht leicht bergauf bis zum Wegpunkt Landgraben, weiter wandern wir auf gleicher Höhe über den Wegpunkt Kirchberg zum Wegpunkt Lehrscheide. Hier erwartet uns eine Überraschung: Nicht nur ein schönes Kruzifix, sondern auch eine Rast- und Schutzhütte, wie sie ihresgleichen im Schwarzwald sucht, mit Fensterscheiben (nicht zerstört) und Gardinen.

Wir wandern weiterhin auf dem Bergrücken, der das Elztal vom Kinzigtal trennt, bis kurz vor den Finsterkapf. Hier verlassen wir den Waldweg und biegen nach rechts auf einen Pfad ab, der am Rand einer Weide mit wunderbarer Aussicht auf den Brandenkopf abwärts führt. Kurz vor Ende der Weide geht es nach links auf einen Fahrweg, auf dem wir nach rechts auf einem Fahrweg, vorbei an Grießbaums Kruzifix zum Heidburgpass gelangen, wo wir die B 294 überqueren (Vorsicht, reger Lastwagenverkehr !). Hinter der Straße lockt rechts das Café Pfaus zur Mittagsrast, eine Heidelbeertorte ist das geringste, was wir uns verdient haben.

 

Gemeinsam mit Heinrich Hansjakob zur Biereck

 

Die nächsten Kilometer wandern wir auf einem Teersträßchen nach W, links lockt mit grellen Schildern Funi’s Vesperstüble ( der sächsische Genitiv hat sich bis in den hintersten Schwarzwald ausgedehnt – wie das Indische Springkraut). Wir sind standhaft ( Mo bis Mi Ruhetag) und wandern weiter. Wenig weiter verlassen wir das Sträßchen nach rechts auf einen Waldweg, der uns bis oberhalb des Weilers Flachenberg führt. Wunderschöne Aussicht auf das Kinzigtal mit seinem Bergpanorama von der Moos bis zum Brandenkopf. Wir treffen auf den Hansjakobweg (schwarzer Hansjakob-Hut auf weißer Raute), der an den volkstümlichen Pfarrer und Schriftsteller erinnert. Gemeinsam mit Heinrich Hansjakob (1837 – 1916) wandern wir weiter, scharf nach links abbiegend zur Ruine der Heidburg, die auf einem Bergkegel über der welligen Sandsteinfläche sich erhebt, heute nur noch ein Wallgraben und ein Brunnenschacht im Erdreich. Die Tatsache, dass nach ihrer endgültigen Zerstörung durch die Franzosen 1704 die Trümmer als Steinbruch von den umliegenden Dörfern genutzt wurde, trug ihr den Namen „Steinschlössle“ ein.

Wir treffen wieder auf das Teersträßchen, dem wir nach rechts folgen bis wir zu einem Brunnen mit einer Informationstafel treffen, die an einen Streit zwischen zwei Bauern diesseits und jenseits der Wasserscheide erinnert. Wir verlassen das Sträßchen, das nach rechts abbiegt und laufen auf einem knorrigen, wurzelreichen Waldweg zum Gasthof Rössle-Biereck, an dem früher die Passstraße vom Elztal ins Kinzigtal vorbeiführte. Nachdem die Fuhrleute im Elztal „Vorspann“ genommen hatten, mussten sie auf der Höhe mit einer weiteren Rast den „Vorspann“ auffüllen, während die Zugtiere ausgespannt wurden. Da bot sich das Gasthaus an und sorgte für Nachschub. Wir folgen  dem Vorbild.

 

Aussichtsreich zwischen Elztal und Kinzigtal

 

Wir folgen dem Teerstraßchen etwa 200 m und biegen dann nach links an einer Hütte auf einen Waldweg ein, auf dem wir zunächst leicht ansteigend und dann steiler abwärts zu einer weiten Wiesensenke gelangen – dem Schießacker. Ein kürzlich errichtetes Brunnen- und Tisch-Bank-Ensemble lädt zur Ruhepause ein. Die Besonderheit des Brunnens liegt darin, dass in einem abschließbaren Schränkchen Kirschwasser lagert, das bei Bedarf (und wenn man den Schlüssel hat ) das Brunnerwasser ergänzen kann.

Ohne Kirschwasser nehmen wir den letzten Anstieg vor Höhehäuser in Angriff. Über die Weide geht es geradeaus zum Waldrand leicht bergauf, dann auf einem ausgefahrenen Fahrweg abwärts zu dem Sträßchen, das von Biederbach nach Breitebene führt. Diesem folgen wir ca. 300 m und lassen dann das Sträßchen rechts liegen, um auf einem Pfad in der Falllinie bis zum Wegpunkt „Ob dem Pflughof“ aufzusteigen. Hier biegen wir scharf nach links ab und kommen am Waldrand entlang zur Breitebene. Wir biegen nach links auf einen Weg, der uns anfangs durch Wald, später durch eine aussichtsreiche Wiesenlandschaft nach Höhehäuser mit seinem Höhenwirtshaus „Zum Kreuz“ führt.

„Was man vom Höhenwirtshaus schaut, ist mir das liebste Stück Erden in der Nähe von Hasle(Haslach), ja vom ganzen Schwarzwald“, so Heinrich Hansjakob am 27.September 1897. Der volkstümliche Pfarrer aus dem Kinzigtal konnte nicht irren: wahrlich ein schönes Stück Schwarzwald, durch das wir heute gewandert sind.