Wandern auf dem Westweg 12. Etappe (Ost) Schweigmatt - Degerfelden

Überblick

Steil geht es abwärts aus dem Schwarzwald heraus in die weite Hügellandschaft des Dinkelbergs über Hasel zum Aussichtsturm Hohe Flum, von dem wir noch einmal die Berge im Norden betrachten können. Mit geringen Höhenunterschieden wandern wir über Minseln nach Degerfelden.

Achtung! Der Wanderweg ist zwischen Buhrenboden und Römischer Gutshof wegen Bauarbeiten an der Autobahn für die Dauer der Bauarbeiten verlegt, in jedem Fall 2013. Der neue Verlauf ist in der Karte dargestellt. Die Umwegstrecke ist 2,5 km länger als der ursprüngliche Wegeverlauf.

Westweg 12 (Ost) gps track
Westweg 12 östl.gpx
GPS eXchange Datei 34.2 KB

Start/Ziel: Schweigmatt (Schopfheim) / Degerfelden (Rheinfelden)

Wanderzeit: 7 - 8 Stunden

Weglänge: 27 km

Wegebeschaffenheit: Ausschließlich Forst-und Feldwege

Nützliche Informationen und Hinweise

Der Etappenort Degerfelden gehört zur Stadt Rheinfelden. Dort gibt es zahlreiche Unterkünfte. Die Stadtmitte ist mit dem SBG Bus 7304 erreichbar.

Kartenmaterial:

Freizeitkarte Nr. 508 Lörrach 1:50.000 Landesvermessungsamt Baden-Württemberg

Westweg Schwarzwald Wanderkarte (Leporello) Verlag Publicpress Geseke (ISBN 978-3-89920-395-0) 1:50 000 (umfasst die gesamte Strecke von Pforzheim bis Basel; zu beziehen auch über Schwarzwald-Tourismus GmbH, Ludwigstraße 23 79104 Freiburg, Tel.: +49 761 29662271 Fax: +49 761 2962270).

Anreise:

Mit dem Auto

Schweigmatt, Ortsteil von Schopfheim, liegt an der K 6339 Hausen (Wiesental)- Gersbach

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Schweigmatt ist nicht direkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen; nächste Bahnstation Hausen-Raitbach an der S-Bahn Linie 6 Basel - Zell (Wiesental) (KBS 535) oder Buslinie SBG 7308 Schopfheim - Gersbach, Haltestelle Schweigmatt Abzweigung. Unterkunft:

Der Westweg, Gastgeberverzeichnis von Pforzheim bis Basel ( Hrsg. Schwarzwald Tourismus GmbH 2007 , Ludwigstraße 23 79104 Freiburg, Tel.: +49 761 29662271 Fax: +49 761 2962270) E-Mail: mail@schwarzwald-tourismus.info)

Gasthaus Krone Beuggener Str. 22 79618 Rheinfelden -Nollingen Tel. +49 7623 8697 RT Fr 

Gasthaus Zum Stillen Winkel, Stockmattstraße 17, 79618 Rheinfelden-Minseln,  Tel.: +49 7623 5697 RT  Fr

 

Einkehr / Verpflegung:

 

Landgasthof Erdmannshöhle, Hauptsraße 14, 79684 Hasel, Tel.: +49 7762 52180, Fax: +49 7662 521814, E-Mail: info@erdmannshoehle.de Im Sommer kein Ruhetag, im Winter montags.

Café-Restaurant »Reichert«, Raitbach, Sattelhof 3a, 79650 Schopfheim, Tel.: +49 7622 669933, Fax: +49 7622 669934, E-Mail: reichert@sattelhof.de Ruhetag: Montag und Dienstag, feiertags geöffnet.

Hotel-Restaurant Hohe Flum, Auf dem Hohe Flum 2, 79650 Schopfheim-Wiechs, Tel.: +49 76222 2782, Fax: +49 7622 64794, E-Mail: hotel.hohe-flum@t-online.de, Ruhetag Restaurant: Donnerstag und Freitag.

Gaststätte-Pizzeria Adler Adolf-Bäumle-Straße 79618 Rheinfelden-Nordschwaben Tel.: +49 7622 6846800 Fax: +49 7622 6846800 RT: Mo und Di bis 15.30 Uhr

Gasthaus Zum Stillen Winkel Stockmattenstraße 17 79618 Rheinfelden-Minseln Tel.: +49 7623 5697 RT: Freitag

Sonstiges:

Im Zuge der Qualitätsverbesserung des Westweges ist der Wanderweg ab dem Wegepunkt „Heidengräber" westlich des Hohen Flum neu markiert worden. Der neue Westweg verläuft nun über Oberminseln nach Degerfelden.Der Wegeverlauf ist in der Tourenbeschreibung berücksichtigt (Stand: 3. September 2007).

Seit Mai 2012 hat sich die Wegführung erneut geändert: Beim Grenzstein nach der Bundestraße 518 verläuft der Weg zum Eichener See, einem in Deutschland einmaligen Karstphänomen: der See tritt nur sporadisch zutage und speist sich aus dem karstigen Untergrund.

Sofern Witterung und Schneeverhältnisse es zulassen, ist diese Wanderung auch im Winter möglich.

Ausführliche Tourenbeschreibung

Abschied vom Schwarzwald

 

Auf der heutigen Etappe verlassen wir den Schwarzwald und steigen in die „Schopfheimer Bucht" hinab, eine geologische (und orographische) Senke, in der die Gesteine des Buntsandsteins und des Muschelkalks aus dem Erdmittelalter das Landschaftsbild prägen.

 

Statt Wäldern und Weidbergen durchwandern wir eine offene Agrarlandschaft mit Streuobstwiesen, Äckern, Wiesen und kleinen Waldstücken. Die Höhenunterscheide sind gering, wir bewegen uns auf der welligen Hochfläche des Dinkelbergs im Höhenbereich 400 - 500 m. Aufgrund der landwirtschaftlichen Nutzung des Wandergebietes ist der Anteil von befestigten Feldwegen an der Wanderstrecke besonders hoch, das Wegenetz dient schließlich wirtschaftlichen Zwecken und nicht dem Wandern.

Wir verlassen unser Quartier auf der Schweigmatt und laufen auf einem Asphaltsträßchen oberhalb des Waldschwimmbades entlang in großem Bogen nach Süden. Die Aussicht auf das tief unter uns liegende Wiesental, den Dinkelberg und den Schweizer Jura ist überwältigend. Wenn wir Glück haben, ist am Horizont die Alpenkette zu sehen.

Vorbei am ehemaligen Kinderheim Luginsland kommen wir auf die K 6339 Gersbach - Hausen, der wir nach rechts bis zum Reiterhof „Tannenhof" folgen. Hier verlassen wir die Straße nach links, gehen am Tannenhof und an einem sehr schön gelegenen Wohnhaus (ehemals Pension Alpenblick) vorbei auf einem Feldweg steil abwärts. Bald treten wir in den Wald ein und sehen an den am Wegesrand anstehenden geschichteten rötlichen Steinen mit weißen Einsprengseln, dass wir das Grundgebirge aus Gneis und Granit verlassen haben. Wir befinden uns im Rotliegenden, einer Formation aus dem Erdaltertum. Sie zeigt den Rand einer geologischen Bruchzone an, wo die Gesteinsschichten bis zu 2.000 m gegeneinander verschoben sind.

Steil geht es auf einem schmalen Pfad rechts vom Fahrweg abwärts, wir treffen auf die K 6352 Gersbach - Schopfheim, die wir überqueren. Weiter geht es in Serpentinen hinunter ins Tal des Schammerbachs, an dessen rechtem Ufer wir zunächst talwärts laufen. An einer Kreuzung mit einem breiten Waldweg überqueren wir diesen Bach nach links und folgen dem Forstweg nach Süden Richtung Hasel.

Beim Wasserbehälter Rötberg treffen wir auf eine neue Gesteinsart, den gelblichen Muschelkalk, der mit seinen Dolinen (Erdtrichtern) die Landschaft des Dinkelbergs, in die wir nun eintreten, prägt. Nach wenigen Metern erreichen wir den Ortsrand von Hasel, wo wir uns nach rechts wenden, um auf der K 6338 wenige Schritte ortsauswärts zu wandern, bevor wir nach links auf einen Feldweg abbiegen, auf dem wir wieder auf den uns schon bekannten Schammerbach treffen. Ein Wegweiser des „Erdmannspfades", eines geologischen Lehrpfades, weist hinter dem Bach nach links. Hier könnten wir zur Versickerung des Schammerbaches gelangen, der in einem Schluckloch in einer Felswand verschwindet, um sich unterirdisch mit dem Haselbach zu vereinigen und durch die Erdmannshöhle nach Süden zu fließen.

 

Durch die Karstlandschaft des Dinkelbergs zur Hohen Flum

 

Jenseits des Baches treffen wir wieder auf die Landstraße, auf der wir wenige Schritte nach links laufen. Dann biegt unser Wanderweg, inzwischen vereinigt mit dem Hotzenwald-Querweg Schopfheim - Waldshut (Markierung schwarz- weiße Raute auf gelbem Feld), nach links in einen Feldweg ein, dem wir an einem großen Reitstall vorbei hinaus in die Feldflur folgen.

Wir kommen durch weite Dolinen, in denen auf fruchtbaren Kalkböden Getreide und Mais angebaut wird , überqueren einen Feldweg hinunter in eine Senke, in der wir nach links einem nur zu ahnenden Pfad durch die Wiese folgen, der uns zum jenseitigen Rand der Senke führt, wo wir wieder auf einen asphaltierten Feldweg stoßen. Wir nähern uns in großem Bogen der B 518, deren Verkehrslärm wir schon eine Weile gehört haben. An einer mächtigen Eiche biegen wir nach rechts ab und folgen dem Feldweg parallel zur Bundestraße. Unser Fortkommen wird behindert durch zahlreiche Zwischenstopps an den überreich vorhandenen Brombeeren, die abgeerntet werden müssen.Schließlich überqueren wir am Wegpunkt Haseler Weg die Bundesstraße (vorsichtig) und treten in den Wald ein.

Auf einem breiten Forstweg geht es weiter, rechts und links können wir im Wald tiefe Dolinen erkennen, an denen unterirdische Hohlräume, die durch gelösten Kalk entstanden sind, eingestürzt sind. Wir passieren einen alten habsburgischen Grenzstein, der das Zusammentreffen von drei Gemarkungen anzeigt: Wehr (österreichisch - katholisch), Hasel (badisch - evangelisch) und Eichen (badisch - evangelisch). Die alte Grenze zwischen der Markgrafschaft Baden und dem habsburgischen Vorderösterreich werden wir im Verlauf unserer Wanderung noch  mehrfach finden. Hier biegen wir nach rechts Richtung Eichener See ab, den wir nach wenigen Metern erreichen. Es handelt sich um einen nur sporadisch auftretenden See, der sich aus dem karstigen Untergrund speist. Eine Schutzhütte lädt zur Rast ein. Wir folgen dem nördlichen Seeufer und biegen bei der nächsten Wegkreuzung nach links ab. Über einen Wiesenhang geht es aufwärts, beim nächsten Querweg nach links, wo wir wieder auf die ursprüngliche Wegführung des Westwegs treffen.

Wir stoßen auf eine breite Fahrstraße, der wir nach rechts folgen bis zum Wegpunkt „Kessel", an dem wir nach links abbiegen. Durch offenes Gelände wandern wir nach W. Bei einer Gärtnerei mit einer großen Kompostanlage biegen wir am Wegpunkt „Engelsgrund" scharf nach links ein und folgen dem Asphaltweg bergauf. Beim Wegpunkt „Langer Kirschbaum" biegen wir nach rechts ab, der Weg ist weiterhin asphaltiert. Schließlich kommen wir zum Waldrand, bei dem wir nach links abbiegen, nun nicht mehr auf Asphalt. Durch Wald geht es zur Abwechslung bis zur K 6353 Schopfheim - Schwörstadt, die wir mit großer Vorsicht überqueren, handelt es sich doch um eine sehr gut ausgebaute Straße, die zu schnellem Fahren verleitet.

Jenseits der Landstraße geht es weiter auf wohl ausgebautem Forstweg. Wir überqueren „Metzgers Egertenweg", ebenfalls eine Forstraße und gelangen schließlich zur Johannishütte, bei der wir auf einen breiten Forstweg nach links einbiegen. Die Hütte selbst ist nicht zugänglich. Nachdem wir den Wald verlassen haben, trifft unser Weg am Wegpunkt „Greistel" auf eine Kreuzung, an der wir halblinks am Waldrand in ein Trockentälchen hinab weiterwandern. Wir kommen schließlich oberhalb des Dörfchens Nordschwaben zur K 6336 Schopfheim - Rheinfelden, die wir überqueren. Vor uns liegt der Aussichtspunkt Hoher Flum mit seinem markanten Turm.

Auf der Höhe angelangt genießen wir die überwältigende Rundumsicht. Im Norden grüßen die Berge des Südschwarzwaldes, darunter Hohe Möhr,Belchen, Hochblauen, Köhlgarten und Stübenwasen. Im W geht die Hochfläche des Dinkelbergs in die Rheinebene über, fern am Horizont erheben sich die Berge des Schweizer Juras. Im Osten wird unser Blick begrenzt durch die Wand, die der Hotzenwald jenseits des Dinkelberges bildet. Im Süden schließlich können wir die Kette des Juras und mit Glück die Alpen erkennen.

In einem lauschigen Lindenhain zu Füßen des Turmes machen wir Pause. Wir könnten auch das unterhalb der Anhöhe gelegene Restaurant Hohe Flum aufsuchen.

 

Äcker, Streuobstwiesen und Buchenwald - über die Hochfläche ins Rheintal

 

Nach der Pause wenden wir uns frisch gestärkt nach W. Der Weg verlässt die Höhe des Hohen Flum, an einem Brunnen unter einem Lindenbaum nehmen wir den nach halb links verlaufenden Teerweg, der in der Talsenke in einen normalen Waldweg übergeht. Durch frischen Buchenwald wandern wir bis zum Wegepunkt „Heidengräber". Hier verlässt der neu markierte Westweg die alte Richtung nach links, während es geradeaus mit gelber Raute nach Adelhausen geht. Die Markierung ist etwas verwirrend, weil die rote Raute auch noch in die alte Richtung weist.Auf einem endlich etwas weicheren Waldweg geht es durch Wald abwärts, am Waldrand wenden wir uns nach rechts und laufen am Rand einer Wiese bergab, wo wir im Talgrund auf einen Feldweg treffen, dem wir nach links folgen. Am Ausgang des Tälchens wenden wir uns an einer Kreuzung nach links, um nach wenigen Schritten nach rechts bergauf auf einen Feldweg abzubiegen, der uns über einen offenen Wiesenhang hinauf zu einem Hochbehälter führt. Von der Höhe blicken wir auf das lang gestreckte Straßendorf Minseln, das wir nach dem Abstieg, vorbei an einer Ziegenweide, durch ein Neubaugebiet erreichen.

Wir überqueren die K 6333 Maulburg - Rheinfelden und gehen geradeaus über eine Wohnstraße zum Ortsrand. Rechts lädt ein Wegweiser zur Einkehr im Gasthaus „Stiller Winkel" ein. Hinter den letzen Häusern des Dorfes gewinnen wir auf einem Feldweg mit einigen Spitzkehren die Höhe und laufen durch Ackerland und über Streuobstwiesen bis zu einem Kirschbaum kurz vor einer Hochspannungsleitung. Hier ist die Markierung unklar. Wir wenden uns nach rechts und biegen in den ersten Fellweg wieder nach links ab. Auf diesem Weg erreichen wir ein Teersträßchen, dem wir nach rechts bis kurz vor den Ort Obereichsel folgen, dessen Häuser wir hinter einem Waldstück erblicken. Wir biegen nach links auf eine weitere Teerstraße ab, der wir leicht abwärts nach Süden folgen.

Nach einer Rechtskurve müssen wir wiederum aufpassen: Ein einsamer Holzpfahl mit der roten Raute weist uns nach links zum Waldrand, an dem wir entlang laufen bis zum Ende des Feldweges. Wir stehen vor einem Schild, das auf den Beginn eines Naturschutzgebietes hinweist, vom Wanderweg keine Spur. Das Rätsel löst sich im Wald: An einem Baumstamm findet sich die Markierung, der wir nun parallel zum Waldrand auf einem schönen weichen Pfad folgen. Bald geht der Pfad wieder in eine Forstraße über. Nach der Einmündung einer weiteren Forstraße von links verlässt unser Wanderweg ohne Hinweis den Forstweg nach rechts. Auf einem wurzelreichen Pfad erreichen wir die Ortsverbindungsstraße Obereichsel - Nollingen. Jenseits dieser Straße halten wir uns nach links auf einen breiten Forstweg, dem wir in weiten Bögen, vorbei am „Totenkopfstein", einem Grenzstein der untergegangenen Siedlung Geitlikon , hoch über der Baustelle der neuen Autobahn A 98 Richtung Minseln bis zum Wegpunkt „Römischer Gutshof" folgen.

Zahlreiche Spaziergänger und Jogger zeigen uns, dass wir im Einzugsbereich der Stadt Rheinfelden angelangt sind.

An diesem Wegpunkt wenden wir nach halb rechts und erreichen bald den „Römischen Gutshof", eine Rekonstruktion der Grundmauern eines Gutshofes aus der Zeit der römischen Herrschaft in der Stadt Augusta Raurica. Eine große Informationstafel berichtet über das Leben auf einem solchen Gutshof.

Mit neuem Wissen angefüllt nehmen wir nun einen schmalen Pfad unter die Füße, der nach rechts den Forstweg verlässt. Flott geht es abwärts. Wir beachten einen Wegweiser zu einer Fliehburg nach links nicht, sondern streben unserem Tagesziel entgegen. Hoch über einer tief eingeschnittenen Schlucht erreichen wir in steilem Abstieg den Talboden, wir sind im Rheintal angelangt. Nun sind es noch wenige Meter nach rechts, vorbei an Schrebergärten und einer Terrassenhausanlage, bis wir das Dorf Degerfelden (heute Stadtteil von Rheinfelden) erreichen. Eine lange und durchaus kräftezehrende Etappe liegt hinter uns.