Wandern auf dem Zweitälersteig 5.Etappe Höhehäuser - Waldkirch

Überblick

Der Zweitälersteig folgt von Höhehäuser bis Waldkirch der Markierung des Kandelhöhenwegs (rote Raute mit weißem K) nach Süden. An der Schutterquelle  und dem Hünersedel vorbei zieht  der Weg durch eine abwechslungsreiche Hügellandschaft mit einem angenehmen Wechsel von Wald, Weiden und kleinen Weilern zum Endpunkt der Wanderung, Waldkirch im Elztal. Unterwegs bieten sich mehrere gastfreundliche Einkehrmöglichkeiten an. Den Abschluss bildet ein Blick von der Kastelburg auf das Elztal und seine Randhöhen, die wir im Laufe der Gesamtwanderung erklommen haben.

Start: Höhehäuser/Biederbach

Ziel: Waldkirch

Wegstrecke: 23 km

Wanderzeit: 6-7 Stunden

Wegebeschaffenheit: Überwiegend Wald-und Feldwege, z.T. geteert

 

Nützliche Informationen und Hinweise

Touristische Informationen bei Zweitälerland

Karten:

 

Freizeitkarte 505 (Freiburg im Breisgau) Landesvermessungsamt Baden-Württemberg, im örtlichen Buchhandel erhältlich.

 

Anfahrt:

mit dem Auto:

Biederbach-Höhehäuser liegt an der L101 Elzach-Ettenheim

mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

SBG Bus 7206 Elzach - Höhehäuser (nur Mo-Fr), Sa/So Anrufsammeltaxi, 1.Std. vorher anmelden: Fa.Schätzle 07682 9209976,

SWEG Bus 106 Lahr-Schweighausen - Höhehäuser (bis Höhehäuser nur am Wochenende) Nützlich für die ndividuelle Reiseplanung ist efa.

 

Einkehr/Verpflegung

Wanderheim am Kreuzmoos,   79248 Freiamt (direkt am Wanderweg)

auch Übernachtung möglich, Kontakt: Gottfried Broßmer, Schuttergasse 9, 77955 Ettenheim, Tel.: +49 7822 9868

Gasthof "Zum Gscheid" Gescheidstraße 16 ,79348 Freiamt, Tel.: +49 7645 335, RT Mo (direkt am Wanderweg)

Berggasthof Linde  Obersexau 24, 79350 Sexau, Tel.: +49 7645 337, Email: info@berggasthof-linde.de  RT Di (direkt am Wanderweg)

Hotel-Restaurant Kohlenbacher Hof   Kohlenbach 8, 79183 Waldkirch, Tel.: +49 7681 8828, Email: Hotel-Restaurant@kohlenbacherhof.de

 

Sonstiges: 

Die Strecke ist für Kinderwagen nicht geeignet. Bei Schnee nur in Teilen begehbar.

 

Ausführliche Tourenbeschreibung

Ohne große Steigungen an der Schutterquelle vorbei zum Hünersedel

Die Landschaft liegt noch im Morgennebel, nach den durchaus anspruchsvollen Steigungen der anderen Etappen laufen wir hier beschwingt vom Gasthaus Kreuz nach SW schnurgeradeaus auf einem Feldweg, unterbrochen von kleinen Waldstücken. Der Kandelhöhenweg von Oberkirch nach Freiburg (rote Raute mit weißem K)  nimmt die gleiche Route und wird uns bis Waldkirch begleiten. Wir befinden uns auf der Wasserscheide zwischen dem Einzugsgebiet der Elz im O und der Schutter im W.

Nach 1,2 km erreichen wir ein Wegkeuzung, bei der unser Wanderweg nach S abbiegt, während wir geradeaus Schweighausen erreichen können. Rechts und links des Weges fallen Kreuze auf, die an kriegerische Ereignisse erinnern: Das Schwabenkreuz und das Schwedenkreuz.

Schwedenkeuz
Schwedenkeuz

Legende zur Entstehung des Schwedenkreuzes:

Als die Schweden im 30-jährigen Krieg 1634 Oberbiederbach brandschatzten, wurden vier Männer umgebracht. Einer von ihnen wollte nach Schweighausen flüchten, wurde aber eingeholt und hier oben erschlagen. Nach der Überlieferung sollen sich hier auch Gräber von drei schwedischen Soldanten befinden.

Gegenüber dem Schwedenkreuz, das alt und verwittert im Unterholz steht, sehen wir auf der rechten Wegseite das hochaufragende Schwabenkreuz.

Weiterhin eben geht es nun in Richtung Schutterquelle, die wir ca. 700 m erreichen. Zum ersten Mal heute schweift unser Blick nach Westen über die vom Buntsandstein geprägten Hügel mit ihrem reizvollen Wechsel von Wald und Feldern. Am Horizont können wir jenseits des Rheintals die schon von Schnee bedeckten Gipfel der Vogesen erkennen.

An der Quelle der Schutter, die von hier über Lahr dem Rhein entgegenstrebt, machen wir kurz Rast, entsprechende Möblierung macht dies möglich. Die Quelle ist schön mit Sandsteinen gefasst. Ein rührendes Beispiel lokaler Dichterkunst ziert eine Informationstafel an der Quelle:

"Aus des Schwarzwalds schwarzen Wäldern

von Schweighausens grünen Feldern,

wo der Schutter-Silberquell,

springt empor so rein und hell,

wo sie schlängelnd fließt im Tal,

da grüß ich dich viel tausen mal."

Autor unbekannt

 

Mit einem Bein evangelisch, mit dem anderen katholisch - entlang der Konfessionsgrenze zum Gescheid

Weiter geht es über das Rotzeleck (734 m) zum Wegpunkt "Bei den Dürrhöfen" ( 712 m). Hier gehen mehrer Wege ab, so zum Gipfel des Hünersedels(744 m), dessen Aussichtsturm einen kurzen Abstecher lohnt.

Wir wandern auf einem  Aspaltsträßchen vorbei an den Dürrhöfen, bei denen eine Wanderstube zur Rast einlädt. Bald geht das Sträßchen in einen breiten geschotterten Weg über, dem wir leicht ansteigend folgen. Schließlich  können wir den wenig fußfreundlichen Weg verlassen und wandern rechts am Waldrand auf einem Wiesenweg bergauf. Über eine Kuppe mit Niederwald erreichen wir das Wanderheim Kreuzmoos. Da es noch zu früh am Tag für eine Mittagsrast ist, ziehen wir weiter, nun wieder auf Asphalt in Richtung Schillinger Berg. Das Asphaltsträßchen biegt nach links Richtung Selbig ab, wir halten uns rechts, der Weg ist weiterhin breit und schottrig.

Nach einem Naturschutzgebiet heißt es aufgepasst, der Zweitälersteig verlässt in scharfem Winkel nach rechts die bequeme Höhe, um über den Paulyhof tief in das obere Ende des Brettentals abzusteigen.

 

Wem dieser Umweg zu anstregend ist, der kann bequem weiter auf der Forststraße ohne wesentliche Höhenunterschiede über das Wegkreuz Hohe Eck zum Schillinger Berg wandern - der Markierung des Kandelhöhenwegs folgend. Dort trifft der Zweitälersteig wieder auf den Kandelhöhenweg.

 

Am Grund des Brettentals geht es auf der anderen Seite wieder bergauf, aus dem Wald tretend sehen wir vor uns das riesige Windrad auf dem Schillinger Berg. (Der Umweg, sicher landschaftlich reizvoll, ist wohl den Anfordernissen an einen Qualitätswanderweg geschuldet, die zu lange Strecken auf breiten Forstwegen negativ bewerten.)

Wir folgen beim Wegpunkt Schillinger Berg (701 m) dem Sträßchen nach rechts bis zum  Zinken Schwarzenberg , an dessen ehemaligem Erholungsheim - jetzt privat genutzt  - vorbei wir uns rechts halten. Wir sind jetzt auf der Grenze zwischen der Großgemeinde Freiamt - ehemals (bis 1806) badisch -evangelisch - und der Gemeinde Gutach im Breisgau - ehemals (bis 1806) vorderösterreichisch -katholisch. Die Konfessionsgrenze folgt der Wasserscheide und ist von zahlreichen Grenzsteinen gesäumt.

Wir haben inzwischen eine Höhe von 640 m erreicht, der Abstieg nach Waldkirch ist unmerklich. Rechts und links ziehen tief eingeschnittene Täler zur Elz und zum Brettenbach hinab, kleine Einzelhöfe und Hausgruppen schmiegen sich in die steilen Flanken . Leben und Arbeiten müssen unter solch ungünstigen Bedingungen des Reliefs schwer sein. Dafür bläst der Wind hier oben -  ein weiteres Windrand nutzt die Gunst der Natur.

Beim Ecklesberg wartet eine Ruhebank unter einer breiten Esskastanie mit einer überwältigenden Fernsicht nach Osten zum Simonswälder Tal und dem Kandel. Vor uns der Tännlesbühl weist die Richtung nach Süden.

Das Wegschild sagt uns, dass es noch 2 km bis zum Mittagsziel Gasthaus "Zum Gescheid" an der Passhöhe zwischen Reichenbach und Gutach ist.  Wir halten uns auf dem Weg dorthin links vom Tännlesbühl und steigen nach kurzem Anstieg recht steil ab zur Passhöhe (454 m). 

Pech - das Gasthaus ist geschlossen - auch ohne Ruhetag. (Dabei soll der Wurstsalat mit Brägele (alemannische Bratkartoffeln) hier besonders  gut sein !)

Endspurt - Landhotel Linde - Kastelburg - Waldkirch

Passhöhen haben es so an sich, dass man auf der anderen Seite wieder hoch muss, und so steigt das Sträßchen zum Spick (480 m) zügig aufwärts. Auf der Höhe mit weiter Weidefläche biegen wir nicht nach links ab, sondern wandern geradeaus nun auf einem angenehmen Waldweg. Bevor wir aus dem Wald treten und unter uns das Landhotel Linde - unsere Hoffnung auf Mittagseinkehr - liegen sehen, müssen wir noch einmal  bergauf und wieder bergab bis zu einer Einsattelung mit Parkplatz und Asphaltsträßchen, wo wir rechts bergab zu Linde laufen. Gerne sind hier oben Motorradfahrer am Wochenende unterwegs - sind doch die Straßen in den engen Seitentälern kurvenreich und bergig.

Unsere Hoffnungen auf genussreiche Mittagspause werden in der Linde mehr als erfüllt, Essen, Trinken, Bedienung und Ambiente vorzüglich.

 

Gut gestärkt, allerdings auch etwas erschöpft vom Essen, müssen wir zunächst am Parkplatz rechts auf einem Sträßchen bergauf. Links sehen wir tief unter uns die Gebäude des Zinken Harnischwald, schon auf dem Gebiet der Stadt Waldkirch. Wir bleiben auf dem Kamm, der Forstweg biegt nach rechts ab. Plötzlich ist der Kamm zu Ende. Links steigen wir in der Falllinie abwärts zum Herrenhof, den wir rechts liegen lassen. Leicht bergan geht es über Forstwege Richtung Übenhof. Der Wegeverlauf ist etwas unübersichtlich, die Markierung ist jedoch verlässlich.

Oberhalb von Übental treffen wir am Waldrand auf eine Wegespinne. Rechts könnten wir nach Sexau absteigen, wir laufen zunächst am Waldrand geradeaus in ein Tälchen, das wir nach links überqueren. Hier biegt nach wenigen Metern ein Pfad nach links in einen Tannenwald ab . Wir folgen ihm, biegen scharf rechts auf einen kurzen Anstieg ein, mit dem wir auf die südliche Seite des Bergzuges kommen. Nun geht es immer leicht bergab, dabei folgen wir nicht einem breiten Forstweg, sondenr laufen parallel dazu auf schmalem Pfad zur Kastelburg oberhalb von Waldkirch.

Kastelburg
Kastelburg

Ruine Kastelburg

302 m ü.M.

Erbaut um 1250-1260

durch die Herren von Schnabelburg-

Eschenbach-Schwarzenberg.

Um 1510 Wiederaufbau der durch

Brand zerstörten Burg.

14.März 1634: Die österreichischen

Truppen stecken auf dem Rückzug

die Burg in Brand.

Seither Ruine.

(Informationstafel auf der Kastelburg)

Nach einem Rundgang durch die Ruine, die mit kräftiger Unterstützung der Bürgerschaft von Waldkirch aufwendig saniert wird, und einem Blick hinunter auf das unter uns liegende Waldkirch und den Kandel im Hintergrund (noch mit Schnee bedeckt) machen wir uns an den Abstieg, der in Form eines Lehrpfades die wichtigsten Aspekte des Ritterlebens lebendig werden lässt.

Wir treffen auf eine Straße, die zum Krankenhaus hinaufführt. Dieser folgen wir nach linsk bergab und finden schließlich den Bahnhof von Waldkirch.

Ende einer Wanderung, die körperlich und emotional herausfordernd war - das Zweitälerland in all seinen Facetten bleibt uns positiv im Gedächtnis.