Wandern auf dem Westweg: 7.Etappe Hinterhauenstein - Brend

Überblick

Wir verlassen auf dieser Etappe das Gebiet der schroffen Höhenunterschiede und der Gratwanderung - und kommen auf eine gewellte Hochfläche, die uns viele prächtige Schwarzwaldhöfe, Weiden, Waldstücke und Ackerflächen bietet. Vor der Martinskapelle beobachten wir, wie der Furtwänglerhof einen großen Teil des Elzwassers zur Donau (und zum Schwarzen Meer) ableitet, auf der Brend bleibt die Aussicht im Nebel.

Westweg 7: gps track
Westweg 7.gpx
GPS eXchange Datei 21.3 KB

Start/Ziel:  Hinterhauenstein/ Brend

Wanderzeit:  6 - 7 Stunden

Länge: 18 km

Wegebeschaffenheit: Forst- und Waldwege, z.T. Pfade

Nützliche Informationen und Hinweise

Informationen zu den Gemeinden, deren Gebiet durchquert wird: Schonach, Schönwald, Furtwangen.

Kartenmaterial:Freizeitkarte Nr. 506, Titisee-Neustadt, 1:50 000, Landesvermessungsamt Baden-Württemberg.

Westweg Schwarzwald Wanderkarte (Leporello) Verlag Publicpress Geseke (ISBN 978-3-89920-395-0), 1:50 000. Diese Karte umfasst die gesamte Strecke von Pforzheim bis Basel; zu beziehen auch über Schwarzwald-Tourismus GmbH, Ludwigstraße 23, 79104 Freiburg (Postadresse: Postfach 1660, 79016 Freiburg), Tel.: +49 761 29662271, Fax: +49 761 2962270, E-Mail: mail@schwarzwald-tourismus.info.

Anreise:

Mit dem Auto : Von Schonach über Rensberg Richtung Schöne Aussicht, dort 1,2 km Richtung Niederwasser; von Niederwasser (B33) der Beschilderung Richtung "Schöne Aussicht" folgen.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Der Ausgangspunkt ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht zu erreichen. Nächste Bahnstation ist Hornberg an der Schwarzwaldbahn Offenburg - Konstanz (KBS 720). Unterkunft:

Naturfreundehaus Brend Auf dem Brend 5, 78120 Furtwangen im Schwarzwald Tel.: +49 7723 803, Fax: +49 7723 912576E-Mail: nfh@naturfreundehaus-brend.de Ruhetag: Montag

Hotel-Restaurant Goldener Rabe Raben 7, 78120 Furtwangen Tel.: +49 7723 7397, Fax: +49 7723 5695 Ruhetag: Freitag Übernachtung nach Anmeldung (ab 19 Uhr) möglich

Siehe auch: Der Westweg, Gastgeberverzeichnis von Pforzheim bis Basel. Hgg. 2007 von der Schwarzwald Tourismus GmbH, Adresse siehe oben.

Einkehr / Verpflegung:

Vesperstube-Silberberg, Silberberg 1 78136 Schonach Tel.: +49 7722 6564, E-Mail: Urban.Fischer@t-online.de Kein Ruhetag, auch Übernachtung.

Gasthaus Zum Karlstein Rensberg 9 78136 Schonach Tel.: +49 7722 916646, Fax: +49 7722 869764 RT Mo und Di

Gasthaus Wilhelmshöhe Lukas-Kuner-Weg 1, 78136 Schonach Tel.: +49 7722 3293 Fax: 07722/4722 Mail: info@gasthaus-wilhelmshoehe RT Mi ab 14.00 und Do, auch Übernachtung

Berggasthof Martinskapelle Neuweg 9 78120 Furtwangen Tel.: +49 7723 7887 Fax: +49 7723 913280, auch Übernachtung

Höhengasthaus Kolmenhof, Katzensteig, 78120 Furtwangen, Tel. +49 7723 93100,Fax: +49 7723931025 Email: info@kolmenhof.de GPS-Daten 48° 5' 44'' NORD 8° 9' 23'' OST RT Do ab 16.00 und Fr, auch Übernachtung

Unterwegs keine Einkaufsmöglichkeiten

Sonstiges:Sofern Witterung und Schneeverhältnisse es zulassen, ist diese Wanderung auch im Winter möglich.

Ausführliche Tourenbeschreibung

Zwischen Elztal und Gutachtal zur Wilhelmshöhe

 

Wie es sich für eine Übernachtung auf dem Bauernhof gehört, beginnt der Tag mit einem deftigen Frühstück mit Hausmacherleber- und blutwurst aus eigener Produktion, garniert mit einem interessanten Gespräch mit der Altbäuerin über die Sorgen und Nöte, wie sie die Landwirtschaft in 850 m Höhe mit sich bringt.

Wir verlassen den Kaltenbacher Hof und kehren zum Westweg beim Hotel Schöne Aussicht zurück. Über einen dicht mit Hotelgästen belegten Parkplatz arbeiten wir uns nach links zum Waldrand durch und treffen nach wenigen Metern auf den Westweg, der von rechts vom Karlstein herunterkommt. Von hier aus laufen wir auf einem schmalen Waldpfad, parallel zu dem Asphaltsträßchen, das nach Schonach führt, nach Süden. Bei der Absetze passieren wir links ein einzelstehendes Haus, verschwinden wieder im Wald, immer noch parallel zur Straße und gelangen schließlich nach Rensberg mit dem Gasthaus Karlstein, an dem die Modernisierungsbewegungen der Schwarzwaldgastronomie offensichtlich vorübergegangen sind - mit allen Vor- und Nachteilen.

Da es noch zu früh für eine Rast ist, setzen wir unsere Wanderung auf dem Sträßchen nach Süden fort. Nach 200 m biegt der Wanderweg vor einem Ferienheim scharf nach rechts ab, durchquert an einem Weiher vorbei das Tälchen und steigt im Wald mäßig an. Wir laufen über eine Lichtung, bei der links ein Torbogen (Jahreszahl 1604) aus Sandstein an den Herrenbauernhof erinnert, der hier bis 1919 gestanden hatte. Eine Bank neben einem schönen Kruzifix lädt zu einer kurzen Rast ein. In unserer Vorstellung entsteht der Hof neu mit seinen Wiesen und Äckern, die nun zum größten Teil aufgeforstet sind. Wie war wohl das Leben auf einem so abgelegenen Bauernhof in 800 m Höhe?

Am Waldrand biegen wir in einen Weg nach links ein, der bald auf einen breiten Forstweg trifft, dem wir nach links folgen. Rechts geht es steil ins obere Elztal hinab, das hier einer Verwerfungslinie folgend sich tief in das Gebirge eingegraben hat. Wo der Fahrweg aus dem Wald herauskommt, liegt rechts die Vesperstube Silberberg am steilen Wiesenhang, von deren Terrasse aus wir eine herrliche Aussicht nach Südwesten über das Elztal hinweg zum Rohrhardsberg genießen. Jenseits der Vesperstube steigen wir steil nach links den Wiesenhang hoch. An einem Kruzifix vorbei gehen wir sanft abwärts zum Gummelehof. Hier beeindruckt ein riesiges Kruzifix an der Hauswand dieses großen Bauernhofes - ein Marterkreuz mit allem, was das Leiden von Jesus Christus umfasste: Kreuzigung, Dornenkrone und Aufstechen der Brust. Zum Trost erfreut uns auf der rechten Seite ein Prachtexemplar von Bauerngarten. Weit schweift von hier der Blick hinunter nach Schonach mit seinen mächtigen Windrädern, am Horizont die Buntsandsteinhochflächen jenseits des Gutachtales.Am Gummelehof wandern wir geradeaus, links würden wir abwärts nach Schonach gelangen.

Bald liegt die Wilhelmshöhe mit ihrem behäbigen Gasthaus vor uns, vorher werden wir aber noch darüber informiert, dass wir uns in der Heimat von Georg Hettich befinden, dem bekannten Olympiasieger in der Nordischen Kombination. Wenn man die weiten offenen Höhen rings um Schonach sieht, kann man gut nachvollziehen, dass dies hier ein Eldorado des nordischen Wintersports ist. Nicht zufällig beginnt in Schonach auch der Fernskiwanderweg zum Belchen, der ab Martinskapelle auf weiten Strecken parallel zum Westweg verläuft.

 

Zwischen Rhein und Donau zur Brend

 

Beim Gasthaus Wilhelmshöhe überqueren wir die Landstraße L 109 Triberg - Oberprechtal und laufen auf einem Bohlensteg über ein kleines Moor hinweg in den Wald, wo wir auf ein Sträßchen treffen, dem wir leicht bergauf durch den Wald folgen. Bei einer Abzweigung nach links bleiben wir auf unserem Weg, auf dem wir bald an den Waldrand gelangen mit schöner Aussicht auf Schonach. Links erhebt sich ein mächtiges Windrad über die Baumkronen. An einem Kruzifix rechts stoßen wir auf eine Wegkreuzung, bei der wir geradeaus weiterlaufen über eine Anhöhe hinweg durch ein Moorgebiet bis zum Wolfbauernhof. Links kommt eine Straße von Schonahc hoch, wir gehen nach rechts und steigen am Bauernhof vorbei die Straße bergan. An einer Wegkreuzung, wiederum mit einem schönen Kruzifix auf der rechten Seite nehmen wir das Sträßchen nach.rechts. Nach wenigen Metern können wir den Asphalt verlassen, der Wanderweg geht in einen weichen Waldpfad parallel zur Straße. über.

Am Waldrand angekommen verlassen wir unseren Wanderweg und laufen auf einem Bohlenweg durch das Moor zum Blindensee, der malerisch zwischen Fichten, Spirken und Birken liegt.

Zurückgekehrt auf den Westweg wenden wir uns nach links und gelangen zu dem Bauernhof Vordere Vogte, bei dem mit einem kleinen alten und einem großen modernen Windrad der Fortschritt in der Windkrafttechnik sichtbar wird. Vor dem Bauernhof nehmen wir den linken Fahrweg , der uns an einer großen Scheune vorbei abwärts Richtung des Weilers Fuchsbau führt. Vor den Höfen allerdings biegen wir auf einen schmalen Feldweg nach rechts ab, auf dem wir den Acker querend zum Waldrand laufen. Hier müssen wir uns an einer Wegkreuzung nach links wenden, nach rechts geht ein Wanderweg Richtung Elzach ab.

 

Durch eine Bauernwald hindurch, auf wenig ausgebautem Waldweg kommen wir zur Wegspinne Weißenbacher Höhe mit Schutzhütte und Parkplatz. Hier biegen wir uns nach rechts ab und gehen am Waldrand entlang abwärts in das Tal der jungen Elz bis zu dem Vogtehof. Am Gegenhang müssen wir scharf nach links in einen bergauf führenden Feldweg einbiegen, der uns in leichtem Anstieg nach S führt. Nach etwa 750 m treffen wir links auf einen breiten Forstweg, dem wir nach rechts bergauf folgen.

Wir passieren die Quelle der Elz, oder das was von ihr übrigbleibt, nachdem auf einem hangparallelen Kanal ihr Wasser hinüber zum Furtwänglehof und damit zur Donau geleitet wird.

Es geht nun kräftig bergauf bis zur Martinskapelle mit der Bregquelle, die als Donauursprung bezeichnet wird - im Gegensatz zu der Donauquelle im Schlosshof des fürstenbergischen Schlosses Donaueschingen. Wir erinnern uns an einen alten Lernspruch aus der Schulzeit: „Brigach und Breg bringen die Donau zuweg". Den Streit der Tourismuswerbung um die richtige Donauquelle vertiefen wir nicht weiter, betreten vielmehr das Gasthaus Martinskapelle, um eine ausgiebige Rast zum machen.

Wir setzen unsere Wanderung auf einem Feldweg fort, der hinter der Wegkreuzung nach dem Gasthaus nach rechts im Bogen den Hang hinaufführt. Wir halten uns am Waldrand geradeaus und laufen leicht bergauf in Richtung Brend. Unterwegs geht es auf einem Pfad nach rechts zum Günterfelsen, einer Ansammlung gewaltiger Granitblöcke, die hier ein Blockmeer bilden. Nach Durchquerung dieses Felsenlabyrinths treffen wir wieder auf den Forstweg, den wir zuvor verlassen hatten. Auf diesem geht es nun zügig am Naturfreundehaus vorüber zur Höhe des Brend mit seinem Aussichtsturm. Das Gasthaus zu Füßen des Turms hat leider geschlossen, die weitere Nutzung des ganzen Komplexes ist ungewiss, Einkehrmöglichkeit besteht im Naturfreundehaus.

Vom Aussichtsturm haben wir eine umfassende Sicht vor allem nach Süden auf den Feldberg, im Südwesten sehen wir Rohrhardsberg und Kandel, ganz im Südwesten die Rheinebene und die Vogesen.Wenn man nicht im Naturfreundehaus übernachten will, steht nun noch ein letzte Stück des Weges an. Zunächst geht  es parallel  zur Straße, die von Furtwangen auf den Brend führt, im Wald bergab, später am Waldrand hinunter bis zu einer Straßenkreuzung am Ladstatthof. Von hier ab führt der Weg  über freies Feld auf der Asphaltstraße nach Süden , bei einer Straßeneinbiegung von rechts nach links . Nach einem kurzen Stück bergab ist das Tagesziel, das Hotel Goldener Raben, erreicht. Der Charme der 1950er-Jahre nimmt den Wanderer gefangen.

Eine Übernachtung im Naturfeundehaus Brend ist vorzuziehen.